Petra Töppe-Zenker

Petra Töppe-Zenkers Arbeiten zeichnen sich durch eine beinah urtümlich zu nennende Kraft aus. Die Anmutung ist – vor allem durch die Engobetechnik – rau und natürlich. Dabei sind die Becher und Schüsseln, die sie an der Scheibe entwickelt, weitaus glatter und schlichter. Die Höhlenmalereien von Lascaux stehen unverkennbar Pate für ihre Stierplastiken und auch ihre experimentell entstandenen Gefäße wecken Assoziationen an Florales, Erde und Boden und sind eine kongeniale Übersetzung des Materials Ton in einen Gebrauchs- und Dekorationsgegenstand.

Die 1967 in Merseburg geborene Keramikerin fand nach einem kurzem Kunstpädagogikstudium zur Arbeit mit Ton. 1988 bis1992 genoss sie ihre Ausbildung in verschiedenen Werkstätten, wo sie schließlich den Gesellenabschluss erhielt. Seit 1998 unterhält sie eine eigene Werkstatt in Kapellendorf bei Weimar. Für ihre Arbeiten, die mehrfach ausgestellt wurden, erhielt sie zahlreiche Preise. Sie ist seit 2003 im Verband Bildender Künstler Thüringen integriert, wo sie mehrere Jahre als Vorstandsmitglied engagiert war. Außerdem organisierte sie zahlreiche Symposien.

Sie selbst sagt über ihre Arbeit: „Immer mehr verlasse ich die schnelle Kraft der Drehscheibe und nehme mir Zeit, um die Gefäße durch allmähliches Dehnen zum Wachsen zu bringen. Unter dem Druck meiner Hände öffnet sich das Gefäß, sucht sich seine Form und strukturiert seine Oberfläche fast von selbst – wie Baumrinde, eine wachsende Frucht oder der Bauch einer schwangeren Frau. Gelebtes Leben, eingefroren im Brand, ein willkürlich von mir festgehaltener Zeitpunkt eines Arbeitsabschnittes, den ich manchmal vorher beenden könnte oder noch weiterführen müsste. Im besten aller Fälle treffe ich genau den richtigen Moment: Das Gefäß hat seine schönste Ausdehnung und Form erreicht.“